Das sind/ von/

Klaus- Jürgen Bauer/

in Zeitungen gefundene und

vorerst zwischengelagerte/

später dann sorgfältig ausgerissene/

und/ unterstrichene Sätze/

spezieller Natur/ in Szene gesetzt/

von Eveline Rabold/ und endlich/

mit Fotos und Zeichnungen/

von Klaus- Jürgen Bauer ausgestattet.

 

Im vorliegenden Band findet man Sätzchen. Es handelt sich um architektonisch angeordnete, ungewöhnliche und zum nachdenken anregende Kleinoden der Sprache, Fundstücke des aufmerksamen Zeitungslesers KJB, verbale Pretiosen eines klassischen Archives.

 

Vierundzwanzig Sätze über Sätzchen

Ein Versuch

Ich lese. Ich lese, besonders, was Zeitungen betrifft, auf eine komische Art. Zeitungen sind nämlich für mich erst dann konsumierbar, wenn sie etwas abgelegen haben, so, wie Schinken in einer Rauchkammer. Sie müssen erst den Hautgout des Hektischen, Schnellen, Hechelnden verlieren, um für mich nicht mehr toxisch zu sein. Ich lese daher meine abgelegene Zeitungen auf folgende Art. Die Zeitung wird, wenn ihre Zeit gekommen ist, durchgeblättert. Alles, was mir von Interesse erscheint, wird herausgerissen und kommt auf einen Stoß. Der Rest wird entsorgt. Die rausgerissenen Artikel von Interesse wiederum müssen nun einen weiteren Warteprozess durchlaufen. Gelesen werden diese Artikel von Interesse nämlich auf Bus – und Bahnfahrten, in Zeiten also kontemplativer Gelassenheit. Das Meiste wird danach endgültig weggeworfen. Einige wenige Artikel hebe ich allerdings auf. Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist auf diese Art ein umfassendes, unsortiertes Archiv über Themen der Architektur, der Kunst, der Archäologie, der Immobilienwirtschaft, der europäischen Geschichte und des Wirtschaftslebens entstanden. Dieses Archiv lagere ich in riesigen Ladenschränken, die ursprünglich aus einer Fabrik in Westdeutschland stammen und die ich im Jahr 1996 oder 1997 erworben habe, über 50 hölzerne Schubläden mit schwarzem Blechgriff voller Unsortiertem, Vermischtem, Interessanten. Ich bin in diesen vergangenen 19 Jahren solcherart schleichend zum Ladenhüter meines Lebens geworden.

 

Einigen wenigen Artikeln entnehme ich Sätzchen. Diese sind dann immer im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Zusammenhang gerissen. Meistens reiße ich sie aus dem Artikel heraus, sorgfältig an den Rändern der Bedeutung entlangreißend. Der jeweilige Autor der Sätzchen geht in diesem Moment übrigens verloren. Dies geschieht nicht aus Respektlosigkeit gegenüber der Autorenschaft, sondern ganz im Gegenteil. Durch die Erratisierung eines Sätzchen verlieren alle wesentlichen Eigenschaften wie Kontext oder Autorenschaft ihre Bedeutung. Übrig bleibt die Wucht eines Satzes, einer einmalige Formulierung, unerwartet, unnachvollziehbar, ins Herz gehend. Die vorliegenden Sätzchen sind Kleinoden, es sind von selbst leuchtende Edelsteine der Sprache, vergleichbar vielleicht mit den unfassbaren Edelsteinwänden der mystischen Kapelle des heiligen Kreuzes auf dem Karlstein bei Prag, dem vielleicht schönsten Innenraum Europas. Die vorliegenden Sätzchen sind solche Edelsteine. Es sind seltene Preziosen, die ich auf meinem komplizierten, umständlichen und altmodischen Prozess des Zeitungslesen gefunden habe und nun hier, in diesem Büchlein, das diesen Sätzchen eine Art Kapelle des heiligen Kreuzes sein möge, zusammengefasst. Mögen sie den Lesern genau so ins Herz fahren, wie sie mir ins Herz gefahren sind.

Bleiben wir in Verbindung!

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Ich wünsche einen schönen Tag!

The missing poem is the poem.

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