Vorstädte sind Bereiche außerhalb von Kernstädten. Sie sind weniger dicht bebaut und bieten Raum für Tätigkeiten, für die innerhalb der Stadt keinen Platz mehr ist. Vorstädte liegen oft entlang von Ausfallstraßen. Sie bilden mit anderen Vorstädten – deren Kern oft unabhängige Dörfer waren –  einen Ring um ihre jeweiligen Kernstädte. Im Laufe der  Geschichte wurden Vorstädte immer wieder als Neustädte den Kernstädten angegliedert. Die Wiener Vorstadt und seine Bewohner ist ein immer wiederkehrender Topos in Literatur und Kunst. Das Mädel aus der Vorstadt wurde sogar namensgebend für ein bekanntes Werk von Arthur Schnitzler.

Viktor Pipal aber war der Maler der Wiener Vorstädte. Pipal (*1887 in Samar, Bosnien,  † 1971  in Wien) war Lehrer mit einem starken Hang zur Kunst. Er besuchte Kurse und Seminare an verschiedenen Wiener Einrichtungen und wurde Privatschüler von Franz Rumpler, in dessen Klosterneuburger Atelier er mitarbeitete. Seine stark gestischen, teilweise dramatisch überhöhten Vorstadtbilder – hier eine Ansicht aus Simmering – zeigt die langweilige und banale, auch unfertige Vorstadt – hier die Hasenleitengasse – als homerischen Ort voller Geheimnisse und dramatischer Wucht. Pipal stellte auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland aus, erhielt zahlreiche Ehrungen, war Mitglied des Wiener Künstlerhauses und wurde im Jahr 1949 vom Bundespräsidenten zum Professor ernannt.

Viktor Pipal, Ansicht von Simmering (rückwärtig bezeichnet: Hasenleitengasse/ Simmeringer Hauptstraße), Ölkreide auf Papier, 29 x 40 cm, signiert, nicht datiert

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